Ökologische und gesundheitliche Aspekte bei der Verwendung Paletten als Möbel


Ökologische und gesundheitliche Aspekte bei der Verwendung Paletten als Möbel

Immer öfters greifen Verbracher zu Euro- und Einwegpaletten um daraus Möbel zu fertigen beziehungsweise besorgen sich bereits produzierte Möbel. Aus einem einfachen Transportmittel wird ein schönes, individuelles, umweltfreundliches und gesundheitlich unbedenkliches Unikat. Egal, ob ein Sessel, Couchtisch, Bett, Wandregal, Gartenschaukel, Schuhregal, Kaffeetisch, Plattform, Holzterrasse, Tierbetten, Nachttisch, Gartenmöbel, Blumenkäste, Sitzecke, Küchenregal, Gaderobe, Liegestuhl, Weinregal, Gewächshaus, Schaukelbett, Lichtquellen, Wäschekorb, Konferenztisch, Hocker, Arbeitstisch, Sofa, Terrassenstufen oder als Dekorationselement, aus Holzpaletten kann man viele Möbel herstellen und kreieren. Der Kreativität und dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Die farbliche und konstrukturellen Gestaltung bietet viel Raum für Individualismus. Mit ein wenig handwerklichen Geschick und wenigen Arbeitsmaterialien kann man so ein einzigartiges Möbelstück schaffen.

Rechtliche Bestimmungen

Es ist in der Vorschrift UIC 435-2, S.10 und CP-Bauvorschriften, S. 2 festgelegt, dass Holzpaletten frei von Holzschutzmitteln sein müssen. Dies wurde bei einer Untersuchung des Wilhelm-Klauditz-Institutes (WKI)aus Braunschweig im Jahre 1993 belegt. Hierbei wurden zahlreiche Paletten untersucht. Das Ergebnis bestätigte, was sich viele Fachleute schon dachten. Holzschutzmitteln wie PCP, Lindan oder Dichlofluanid konnten nicht nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass Holzpaletten keine umwelt- und gesundheitschädliche Wirkung besitzen. Das Einzige, das als gering gesundheitsschädlich eingestuft werden kann, ist die Möglichkeit durch einen Splitter vom Holz zu verletzen.

PCP ist die Kurzform von Pentachlorphenol. Dies ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff. 1989 wurde durch die Bundesregierung eine Pentachlorphenol-Verbotsverordnung erlassen. Die Herstellung und das Inverkehrbringen von PCP ist seit dem verboten. Der Grund für dieses Verbot ist die biologische Wirkung. Dieses Holzschutzmittel ist gesundheitsschädlich. In den Mitochondrien wird die Atmungskette gestört, wodurch es zu Bluthochdruck, Hyperglykämie, beschleunigter Atmung und Herzversagen kommen kann.
Lindan wird γ-Hexachlorcyclohexan genannt in Fachkreisen. Dieser Halogenkohlenwasserstoff wird vor allem als Insektizid genutzt. Diese Wirkung wurde im Jahr 1935 entdeckt. 1942 wurde es jedoch erst als solches eingesetzt. Seit 1980 durfte man es in Deutschland nur noch als Fraß- und Kontaktgift verwenden. In der BRD verschwand es 1984 und in der DDR 1989 in den Anwendungsbereichen, jedoch kommt es noch im Ausland zum Einsatz. Das Problematische an Lindan ist, dass es unter Hitzeeinwirkung sich zu giftigen, korrosiven Dampfgemisch aus Chlorwasserstoff und Phosgen zersetzt. Außerdem wird es zu Trichlorbenzol bei Kontakt von Eisen-, Aluminium- und Zinkpulver. Dies ist gesundheits- und umweltschädlich. Außerdem ist noch nicht geklärt, ob es krebserregend und Auslöser für die Parkinson-Krankheit ist. Gefährdet sind nicht nur Handwerker, Chemiker und Landwirte, sondern auch andere Benutzer von Holzschutzmitteln mit Lindan. Es führt zu schweren Krankeiten, wie Multiple Sklerose und Nervenschädigungen.
Dichlofluanid ist nicht nur in Holzschutzmitteln enthalten, sondernauch in Fungiziden für den Obst- und Pflanzenanbau. Diese organische chemische Verbindung entwickelte die Bayer AG im Jahr 1965. Durch die Versäumung einer neuen Zulassung wurde es automatisch 2003 vom Markt genommen. Es ist ebenso wie die anderen beiden Chemikalien gesundheits- und umweltschädlich.

Ökologische Aspekte

Zurückführend zur Thematik ist zu bemerken, dass der fehlende Nachweis von PCP, Lindan und Dichlofluanid dazu berechtigt, Holzpaletten mit natürlichem Waldholz als Brennstoff gleich zu setzen. Bei den Holzpaletten dürfte ist logischerweise zu keinerlei Problemen in der Verwendung in der Holzwerkstoffindustrie, Kompostierung und energetische Verwertung kommen. Trotz dieser positiven Untersuchung und Stellungnahme des Bundesverband Holzpackmittel müssen einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Die Vorschriften gelten nur innerhalb der EU, das heißt bei Paletten aus dem Ausland muss man vorsichtig sein. Beispielsweise wird bei Holzpaletten aus der USA werden Fungiziden und Pestiziden verwendet. Außerdem können heimische und europäische Mehrwegpaletten in unterschiedlichen Gebieten genutzt, wodurch sie in Kontakt mit beispielsweise Öl, Farbe, Staub, Schimmel und Lösungsmittel gelangen können. Dadurch werden sie verschmutzt und verunreinigt. Bei Einwegpaletten ist dieses Risiko deutlich geringer, da sie nur einmal benutzt werden und Verunreinigungen deutlich erkennen kann. Mit einer Paletten-Grundreinigung kann man grundsätzlich die meisten Verunreinigungen beseitigen. Zudem kann man so eine Palette wohnzimmertauglich machen, denn im genutzten und unbehandelten Zustand ist dies meist nicht möglich.
Es ist besonders wichtig, dass man einen nachhaltigen Ressourceneinsatz nutzt. Das Recyceln von Holzpaletten ist grundsätzlich schon durch den Besitzer oftmals sicher gestellt. Dieser nutzt Mehrwegpaletten, die eine sehr gute Ökobilanz besitzen. Einwegpaletten werden teilweise zu Pressspanplatten/OSB weiterverarbeitet. Der Rest wird oftmals jedoch zerschreddert oder als Brennstoff genutzt. Genau hier lohnt sich das Recyceln zu Möbeln um den ökologischen Aspekt zu fördern. Auf jeden Fall ist die Herstellung aus Holzpaletten resourcenschonender als eine vergleichbare industrielle Produktion. Denn bei dieser Art und Weise wird das unbehandelte Holz ohne Lacke, Lösungsmittel und Kunstoffe zu einem Möbelstück. Zusätzlich sind die Transportwege deutlich kürzer, wodurch die Umwelt ebenfalls geschont wird. Anzumerken ist, dass es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff handelt und genau aus diesem Grund ist die Verwendung von diesem eine gute Sache. Hinzukommt, dass nicht nur Holzpaletten recyclt werden, sondern man für die Möbel weitere Produkte nutzt, die kostenlos zur Verfügung stehen, wie ein halbleerer Eimer Farbe. Grunsätzlich kann man also sagen, dass es sich bei der Weiterverarbeitung von Holzpaletten um Upcycling handelt, da es alternative Prozesse mit einer hoheren ökologischen Bilanz gibt.

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